Bitcoin Payment Server vs. Payment Provider

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Was ist der Unterschied zwischen den Leistungen eines Payment Providers und wozu braucht man ein Payment Gateway oder einen Payment Server?

Jeder hat von uns im Internet oder im Laden schon einmal mit PayPal, Kreditkarte oder per Online-Überweisung gezahlt. Doch was passiert da eigentlich, wie funktioniert das und wer ist dabei involviert.

Um das zu beschreiben, hilft die Analogie aus der realen Welt.

Wenn man als Käufer an der Supermarktkette bezahlen möchte, dann bekommt man von der Kassiererin einen Kasten hingeschoben. In diesen Kasten steckt man seine Karte, gibt vielleicht noch eine PIN ein und nach wenigen Sekunden bekommt man seine Einkäufe ausgehändigt.

Was macht ein Payment Provider?

Die im Hintergrund ausgeführten Tätigkeiten des oben genannten Kastens, ist die Tätigkeit eines Payment Providers.

Der Payment Provider agiert als Mittelsmann und sorgt dafür, dass das Geld vom Käufer zum Verkäufer gelangt.

Ein Payment Provider übernimmt die technische Zahlungsabwicklung und Auszahlung der Gelder.

Ein Payment Provider verwendet für die technische Zahlungsabwicklung ein Payment Gateway.

Neben der technischen Zahlungsabwicklung nimmt der Payment Provider die Zahlungen der Endkunden (Zahler) entgegen und leitet die Gelder an die Händler (Zahlungsempfänger) weiter.

Dabei fungiert der Payment Provider als Mittelsmann zwischen dem Endkunden und dem Händler.

Der Payment Provider ist für einen bestimmte Zeitspanne im Besitz der Gelder aus der Zahlung und stellt somit ein potentielles Ausfallrisiko für den Händler dar.

Da die Gelder, bzw. die Bitcoin, von dem Payment Provider für den Händler verwahrt werden, stellt diese eine Form des Kryptoverwahrgeschäfts dar. Das Kryptoverwahrgeschäft ist seit Januar 2020 eine genehmigungspflichtige Tätigkeit, welche eine spezielle Lizenz erfordert.

Die Anforderungen aus der Lizenz verpflichten den Bitcoin Payment Provider dazu, dass die Händler einer sogenannten Know Your Customer (KYC) Prüfung unterzogen werden müssen.

Dazu muss bei einem Händler eine Überprüfung des Geschäftsmodells und eine Identitätsprüfung vorgenommen werden.

Dieser Verwaltungsaufwand im Vorfeld der Zahlungsabwicklung erschwert ein spontanes Ausprobieren und Rumexperimentieren mit Bitcoin und Lightning als Zahlmethode.

Zusätzlich erheben Payment Provider eine Gebühr für die Zahlungsabwicklung von dem Händler. Diese Gebühr liegt je nach Anbieter und Umsatz zwischen 0,5% bis 1% des getätigten Umsatzes.

Was macht ein Bitcoin Payment Server (BPS)?

Wie oben bereits kurz geschrieben, betreibt ein Payment Provider ein Payment Gateway, um die technischen Zahlungsabwicklung zwischen dem Endkunden und dem Händler abzuwickeln.

Doch kann man nicht auch selber ein eigenes Payment Gateway betreiben und somit auf die Dienste eines Payment Providers verzichten?

Dieser Ansatz steckt hinter BTCPayServer. Ein BTCPayServer ist ein Open Source Payment Gateway für Bitcoin und Lightning. Dieses Payment Gateway läuft auf einem Server, den man dann als Payment Server bzw. als Bitcoin Payment Server bezeichnet. Die Bezeichnung Bitcoin Payment Server und BTCPayServer verwenden wir analog und kürzen es mit BPS ab.

Mit dem Betrieb eines eigenen BTCPayServers (BPS) sind Händler in der Lage, selber ein Payment Provider zu sein. Es steht somit keine weitere Instanz zwischen dem Endkunden und dem Händler. Jegliche Zahlung geht vom Endkunden direkt und ohne Umwege zu dem Händler.

Somit muss der Händler nicht mehr darauf warten, bis der Payment Provider die Zahlungen weiterleitet und es besteht kein Risiko mehr, dass die Zahlungen ausbleiben.

Die Zahlungen gehen direkt auf die Wallet des Händlers und somit besteht auch kein Kryptoverwahrgeschäft mehr. Der Händler muss gegenüber keiner Instanz seine Identität preisgeben oder sein Geschäftsmodell erklären.

Der wesentliche Vorteil sind auch die nicht vorhandenen Kosten für die Zahlungsabwicklung. Bei dem Betrieb eines eigenen Bitcoin Payment Servers entfallen die umsatzabhängigen Transaktionsgebühren von bis zu 1% Prozent, die ein Payment Provider für seine Dienstleistung erhebt.

Die Vorteile für den Betrieb eines eigenen Bitcoin Payment Servers sind:

  • Direkte Zahlung zwischen Endkunden und Händler
  • Kein Mittelsmann
  • Keine Identitätsprüfung / Kein KYC
  • Keine Transaktionsgebühren
  • Keine Bearbeitungsgebühren
  • Händler hat eigene Kontrolle über das Guthaben mit seinen eigenen Private-Keys (Non-Custodial)
  • Höhere Privatsphäre
  • Höhere Sicherheit
  • Unterstützung von Bitcoin und Lightning Zahlungen
  • Integration von weiteren Altcoins möglich
  • Zahlreiche Anwendungen möglich. Siehe Anwendungsbeispiele
  • Zahlreiche Shopmodule wie zB. WooCommerce, Drupal, Magento und PrestaShop
  • API-Schnittstelle – analog zur API von Bitpay für eine einfache Migration