Bitcoin Zahlungen im Geschäft akzeptieren – der praxisnahe Leitfaden für Händler
Bitcoin als Zahlungsmittel im eigenen Geschäft akzeptieren?
Was für viele Händler noch immer nach einem Experiment klingt, ist in der Praxis längst Realität. Bitcoin – genauer gesagt Bitcoin über das Lightning-Netzwerk – eignet sich heute hervorragend für den stationären Handel.
Egal ob Einzelhandel, Gastronomie, Handwerksbetrieb oder Dienstleister:
Wer Kunden vor Ort bedient, kann Bitcoin-Zahlungen heute einfach, schnell und ohne Bank akzeptieren.
In diesem Artikel zeige ich Dir Schritt für Schritt, wie Bitcoin-Zahlungen im Geschäft funktionieren, welche Lösungen es gibt und welche Variante für welches Geschäftsmodell sinnvoll ist.
Der Artikel richtet sich sowohl an:
-
Händler, die selbst Bitcoin akzeptieren möchten
-
als auch an Bitcoin-Nutzer, die ihrem Lieblingsgeschäft beim Einstieg helfen wollen

Auf unserem deutschsprachigen YouTube-Kanal haben wir ein Video zum Thema „Bitcoin im Geschäft akzeptieren“ veröffentlicht.
Bitcoin im Geschäft akzeptieren – einfacher als viele denken
Der größte Irrtum:
Bitcoin-Zahlungen seien kompliziert, technisch anspruchsvoll oder nur etwas für Nerds.
Die Realität ist das Gegenteil:
- keine Verträge mit Banken
- keine Rückbuchungen
- keine sensiblen Kundendaten
- keine laufenden Grundgebühren
Alles, was benötigt wird, ist:
- eine Bitcoin- bzw. Lightning-Wallet
- ein Smartphone, Tablet oder Computer
- eine Internetverbindung

Je nach Anspruch gibt es Lösungen vom einfachen Einstieg bis zur professionellen Kassenlösung.
Warum Bitcoin-Zahlungen nur mit Lightning sinnvoll sind
Wenn Bitcoin im Alltag funktionieren soll, dann ausschließlich über das Lightning-Netzwerk.
Onchain-Bitcoin ist für den Bezahlvorgang im Geschäft ungeeignet:
- Bestätigungen dauern zu lange
- niemand wartet im Café oder Restaurant auf eine Blockbestätigung
Lightning löst dieses Problem:
- Zahlungen sind sofort final
- Gebühren sind minimal
- die Nutzererfahrung ist vergleichbar mit kontaktlosem Bezahlen
👉 Alle in diesem Artikel vorgestellten Lösungen setzen auf Lightning.
Andere Kryptowährungen sind für den stationären Zahlungsverkehr entweder technisch ungeeignet oder schlicht irrelevant.
Einstieg: Lightning Wallet Apps auf dem Smartphone
Der einfachste Weg, Bitcoin-Zahlungen im Geschäft zu akzeptieren, ist eine Lightning Wallet App auf dem Smartphone.
Diese Wallets sind eigentlich für Endnutzer gedacht – funktionieren aber erstaunlich gut auch für Händler.
Denn Lightning sind blitzschnelle Bitcoin-Zahlungen.
So läuft eine Zahlung ab
-
Der Händler gibt den Rechnungsbetrag in Euro in seiner Wallet ein
-
Die App erzeugt einen QR-Code
-
Der Kunde scannt diesen QR-Code mit seiner Lightning Wallet
-
Die Zahlung ist sofort abgeschlossen


Diese Lösung eignet sich besonders für:
- inhabergeführte Geschäfte
- Selbstständige
- Händler, die selbst vor Ort kassieren
Viele nutzen dafür ein separates Smartphone, um private und geschäftliche Umsätze zu trennen.
Manche Geschäfte machen es so:
Der Inhaber kauft dem Kunden die Bitcoin privat ab, legt den Eurobetrag in die Kasse und verbucht den Vorgang als Barverkauf.
Lightning Wallets mit Point-of-Sale-Funktion
Wer Bitcoin-Zahlungen strukturierter erfassen und sauber dokumentieren möchte, nutzt eine Lightning Wallet mit Point-of-Sale-Funktion (PoS).
PoS steht für „Point of Sale“ – also die digitale Kasse.
Beispiel: Breez Wallet
Das Breez Wallet ist ein Non-Custodial Lightning Wallet mit integrierter PoS-Funktion.
Der Händler kann:
- Beträge in Euro eingeben
- mehrere Produkte hinterlegen
- Zahlungen übersichtlich erfassen
Die Breez Wallet wird im App Store weiterhin als Breez: Lightning Client & POS angeboten.
Mittlerweile bietet Breez unter der Bezeichnung Misty Breez eine neue App an, die allerdings keine PoS Lösung beinhaltet.

Wallet of Satoshi – Bitcoin kassieren mit Mitarbeiterlösung
Auch die Wallet of Satoshi bietet eine integrierte Point-of-Sale-Funktion.
Der entscheidende Unterschied:
- Wallet of Satoshi stellt zusätzlich eine separate PoS-App für Mitarbeiter bereit
Damit können:
- Mitarbeiter Bitcoin-Zahlungen annehmen
- die Gutschrift erfolgt direkt auf der Wallet des Inhabers
- Mitarbeiter haben keinen Zugriff auf die Bitcoin
Das löst ein zentrales Problem klassischer Wallets:
Bitcoin-Zahlungen sind nicht mehr an die Anwesenheit des Chefs gebunden.
Eine detaillierte Anleitung zur wallet of Satoshi und der zusätzlichen PoS App findest du hier: https://coincharge.io/wallet-of-satoshi
Swiss Bitcoin Pay App
Wer in seinem Geschäft Mitarbeiter beschäftigt, die auch Zahlungen entgegennehmen sollen, wird sich eher für eine spezielle Point of Sale Lightning Wallet entscheiden.
Hier bietet Swiss Bitcoin Pay eine eigene Point of Sale App an, die man auf dem Smartphone der Mitarbeiter installiert und mit dem Swiss Payment Pay Account des geschäftsinhabers verbindet.
Damit können Bitcoin-Zahlungen entgegengenommen, aber vom Mitarbeiter keine Verfügungen getätigt werden.
Die angenommenen Bitcoin-Zahlungen werden dann der Bitcoin Wallet des Geschäfts gutgeschrieben.
Der Vorteil für den Inhaber ist, dass er nicht immer selbst vor Ort sein muss und nur er Zahlungen entgegennehmen kann.
Ebenso kann das private Bitcoin-Guthaben des Besitzers besser von den Umsätzen des Unternehmens getrennt werden.
Darüber hinaus verfügen diese PoS-Lightning Wallets über eine bessere Dokumentation der einzelnen Zahlungsvorgänge und eine Exportfunktion, um diese für andere Anwendungen nutzbar zu machen.
Ebenso können Produkte mit Preis hinterlegt werden, um diese über die App abzurufen und den Rechnungsbetrag zu ermitteln.
Web Point of Sale – Bitcoin kassieren ohne App-Installation
Sobald mehrere Mitarbeiter im Spiel sind, stoßen Wallet-Apps schnell an ihre Grenzen.
Hier kommen Web Point of Sale Lösungen ins Spiel.
Ein Web PoS funktioniert ganz einfach:
- eine URL wird im Browser geöffnet
- eine Kassenoberfläche erscheint
- Betrag eingeben
- QR-Code anzeigen
- Kunde bezahlt per Lightning
Der Vorteil:
👉 Jedes internetfähige Gerät reicht aus – Smartphone, Tablet oder PC.
BTCPay Server
Der BTCPay Server ist die kompromisslose Bitcoin-only-Lösung.
Keine Drittanbieter, keine Verwahrung durch Dritte, keine Abhängigkeit.
Mit BTCPay lassen sich verschiedene PoS-Varianten umsetzen:
- einfache Betragseingabe
- Produktkatalog mit Warenkorb
- Trinkgeldfunktion
- Nutzung durch beliebig viele Mitarbeiter
BTCPay eignet sich besonders für Händler, die:
- technisch etwas versierter sind
- volle Kontrolle über ihre Zahlungsinfrastruktur wünschen
Auf dem Smartphone sieht es für den Mitarbeiter so aus, wie in dem nebenstehendem Bild angezeigt.


BTCPay Server Web PoS Demo aufrufen: https://btcpay.coincharge.io/apps/3CFf53JwgRYUWVfpEopqxFsz2TeN/pos
Anleitung zum Einrichten eines BTCPay PoS Terminal
Blink Point of Sale
Blink Point of Sale ist eine eine Webanwendung, die es Händlern ermöglicht, Bitcoin-Zahlungen direkt auf Ihre Wallet zu erhalten. Es bietet auch die Möglichkeit, dass Mitarbeiter Zahlungen annehmen können, aber keine Verfügungen.
Eine Anleitung, wie du Blink Point of Sale nutzen kannst, findest du hier:
https://de.blink.sv/blog/transform-your-payment-experience-with-the-blink-pos
Blink bietet ein schlankes Web Point of Sale, das sich bewusst auf das Wesentliche konzentriert.
So sieht das Blink Point of Sale in der Praxis aus: https://pay.blink.sv/onleines
Coinsnap Web Point of Sale
Wer mehr Übersicht, Auswertungen und Skalierbarkeit benötigt, findet im Coinsnap Web Point of Sale eine professionelle Lösung.
Coinsnap richtet sich an Händler, die:
- einen oder mehrere Mitarbeiter
- mehrere Standorte
- oder mehrere Kassen betreiben
Funktionen im Überblick
- Keypad oder Produktkatalog
- separate Terminals pro Mitarbeiter oder Standort
- CSV-Export für Buchhaltung
- Trinkgeldfunktion
- optionale Bitcoin-Rabattfunktion
Ein besonderes Detail:
Trinkgelder können – wenn gewünscht – direkt an die Lightning-Wallet des Mitarbeiters ausgezahlt werden, während der Umsatz beim Unternehmen bleibt.
Weitere Informationen zu Coinsnap Web Point of Sale: https://coinsnap.io/pay-tools/web-point-of-sale/web-point-of-sale/
So sieht das Coinsnap Web Point of Sale Terminal in der Praxis aus: http://pay-in-bitco.in/YpQanw
Hardware Point of Sale – Bitcoin wie Kartenzahlung
Für Händler, die ein eigenständiges Bezahlterminal bevorzugen, gibt es mittlerweile auch Hardware-Lösungen.
Opago Lightning PoS-Terminal
- preisgünstiger Einstieg für €99,-
- ca. 1 % Gebühr
- Gutschrift auf eigene Lightning Wallet
Bitcoinize POS Machine
-
Android-Terminal mit Drucker
-
freie Wahl der Lightning Wallet
-
ideal für den Thekenbetrieb
Das Bitcoinize Point of Sale Terminal kostet $199,- zzgl. Zoll und Umsatzsteuer. In Summe sind es dann ca. €250,-
Diese Geräte fühlen sich im Alltag an wie klassische Kartenlesegeräte – nur eben Bitcoin-only.
Welche Lösung ist die richtige?
Kurz zusammengefasst:
-
Lightning Wallet App
→ ideal für den Einstieg -
PoS-Wallet mit Mitarbeiter-App
→ gut für kleine Teams -
Web Point of Sale (Blink, Coinsnap, BTCPay)
→ optimal für strukturierte Abläufe -
Hardware-Terminal
→ vertrautes Handling für Personal
Bitcoin-Zahlungen lassen sich heute flexibel an jedes Geschäftsmodell anpassen.
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