Bitcoin Steuer und Buchhaltung

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Bitcoin Steuer und Buchhaltung

Was muss für die Bitcoin Steuer und Bitcoin Buchhaltung berücksichtigt werden, wenn man Händler Bitcoin in seinem Geschäft akzeptiert?

Dieser Beitrag richtet sich gezielt an Online-Shops und Einzelhändler, die Bitcoin im eigenen Geschäft akzeptieren (wollen). Wir stellen die verschiedenen Möglichkeiten der Erfassung in der Buchhaltung dar. Mit diesem Wissen kannst Du dann mit Deinem Steuerberater ein für Deine individuellen Anforderungen zugeschnittene Bitcoin Steuererklärung abgeben.

Wenn man als Händler nach Bitcoin Steuer oder Bitcoin Steuererklärung sucht, dann wird man mit einer Vielzahl von Informationen überflutet. Die meisten Beiträge richten sich allerdings an Personen, die Bitcoin als Investment und Trading Objekt sehen und diese Tradinggewinne entsprechend versteuern wollen.

Wer als Händler Bitcoin als Bezahlmethode akzeptiert hat dabei ganz andere Anforderungen.

Bitcoin wie Fremdwährung (z.B. USD, CHF oder GBP) behandeln

Das akzeptieren von Bitcoin in seinem Geschäft ist gesetzlich erlaubt. Bitcoin wird von der BaFin als ein Kryptowert angesehen und entspricht somit einem Finanzinstrument, wie auch Devisen (wie Dollar, Pfund oder Schweizer Franken).

Die Rechnung an den Kunden, wird wie gewohnt in Euro und mit Umsatzsteuer ausgewiesen. Mit welcher Bezahlmethode der Kunde dann tatsächlich bezahlt, ist unerheblich.

Es steht jedem Geschäft frei, ob man neben Euro auch Dollar oder Bitcoin akzeptieren will.

Dies bedeutet, dass man bei einer Bitcoin Zahlung genauso vorgehen kann, wie wenn ein Kunde in dem Geschäft mit Dollar bezahlen möchte.

Wenn der Kunde zB. eine Rechnung von €10,- hat und nur einen $10,- Dollarschein besitzt, dann berechnet man den Umrechnungskurs (zB 1:1) und der Kunde kann bezahlen.

Kunde zahlt mit Bitcoin – Euro in der Buchhaltung

Händler übernimmt privat die Bitcoin

Am einfachsten ist es, wenn der Ladenbesitzer privat die Dollar gegen Euro umwechselt und den Gegenwert von €10,- in die Kasse legt. Diese private Umwechslung findet vorher statt und in der Buchhaltung des Geschäftes wird die Barzahlung in Euro erfasst.

Analog kann bei einer Bitcoin Zahlung vorgegangen werden. Wenn ein Kunde mit Bitcoin bezahlen will, dann nimmt man als Ladenbesitzer die Bitcoin entgegen und zahlt den Gegenwert in Euro auf sein Geschäftskonto ein.

Händler wechselt Bitcoin in Euro bei Bitcoin Börse

In dem oben genannten Beispiel wird unterstellt, dass man als Händler gerne Privat die Bitcoin behalten möchte. Sollte man als Händler kein Interesse an den Bitcoin besitzen und lieber weiterhin nur in Euro erhalten, so können die eingenommenen Bitcoin umgehend an einer Bitcoin Börse in Euro gewechselt werden.

In dem Beitrag „Bitcoin akzeptieren und Euro empfangen“ wird erklärt, wie die Bitcoin nach der Bezahlung des Kunden umgehend in Euro umgerechnet werden. Der Euro-Gutschrift kann marginal von dem Rechnungsbetrag abweichen. Diese Differenz resultiert aus den Transaktions- und Umrechnungsgebühren.  Wer bereits Kreditkarten- und Paypal Zahlungen akzeptiert, kennt die Abrechnungen dieser Zahlungsanbieter. Dort werden ebenfalls die abgerechneten Umsätze aufgelistet und zusätzlich die Gebühren für Disagio und Transaktionsgebühren in Rechnung gestellt.

Händler akzeptiert Bitcoin und möchte Bitcoin behalten

Es kann aber für das Unternehmen von Interesse sein, dass die Bitcoin im Unternehmen verbleiben. Also nicht Privat oder an einer Bitcoin Börse in Euro gewechselt werden. Dies kann sinnvoll sein, wenn man seine Lieferanten ebenfalls mit Bitcoin bezahlen möchte oder von einer positiven Kursentwicklung ausgeht.

In der Buchhaltung werden dann die Bitcoin ebenso erfasst, wie man mit Fremdwährung oder mit Gold verfahren würde.

Im Rahmen einer Einnahmen-Überschussrechnung werden die eingehenden Bitcoin mit dem Wert angesetzt, die dem Gegenwert der gelieferten Ware entsprechen. Wenn der Kunde Ware im Wert von €100,- erhält und dafür 1 Bitcoin bezahlt, dann steht der eine Bitcoin mit €100,- in der Buchhaltung.

Der Gewinn entsteht erst zum Zeitpunkt des Verkaufs der Bitcoin.

Buchhalterische Erfassung von Bitcoin

Akzeptiert man Bitcoin als ein Unternehmen, welches zur Erstellung einer Bilanz verpflichtet ist, stellt sich die Frage, wie Bitcoin bilanziell erfasst werden sollen.

Händler die Bitcoin akzeptieren, verwenden Bitcoin zur Zahlungsabwicklung und somit werden Bitcoin eher als ein immaterieller Vermögenswert angesehen.

Es muss entschieden werden, ob die Bitcoin dem Anlagevermögen oder dem Umlaufvermögen zugewiesen werden.

Zu einem Anlagevermögen wird Bitcoin, wenn es zum dauerhaften (langfristig) Verbleib in dem Unternehmen vorgesehen ist. Es wird zu einem Umlaufvermögen, wenn es nur kurzfristig in dem Unternehmen verbleibt.

In der Bilanz werden Bitcoin nicht mit dem Bitcoinwert sondern in Euro erfasst, da jede Bilanzposition in Euro angegeben werden muss.

Wie die Bitcoin am Bilanzstichtag bewertet werden sollte, klären Sie individuell mit Ihrem Steuerberater.

Transaktionsübersicht und Belege

Jeder Bestellung wird im Backend vom BTCPay Server erfasst und im Rahmen einer Transaktionsübersicht dargestellt.

Rechnungsübersicht mit Export Funktion für Bitcoin Steuer

In der Transaktionsübersicht werden die erfolgreichen Zahlung mit dem Status Complete aufgelistet. Über diese Transaktionsübersicht kann ein Export erstellt werden, welcher die Arbeit für die Buchhaltung erleichtern kann.

Zusätzlich kann über Details zu jeder Transaktion auf eine Detailansicht gewechselt werden.

Rechnung Detailübersicht mit Export Funktion für Bitcoin Buchhaltung

In der Detailansicht wird unter anderem angezeigt, wieviel Bitcoin der Kunde gesendet hat, auf Basis welches Umrechnungskurs die Umrechnung erfolgte und welcher Betrag (in Euro) der Kunde bezahlt hat.

Fragen Sie Ihren Steuerberater oder Buchhalter, ob diese Detailansicht als ein Beleg für die Buchhaltung genutzt werden kann.

Fazit

Bitcoin als Zahlungsmittel zu akzeptieren ist aus rechtlichen Gründen unbedenklich. Wie Bitcoin in der Buchhaltung und in der Steuererklärung erfasst wird, sollten Sie im Zweifelsfall mit Ihrem Steuerberater klären. Hier kommt es auf die individuelle Situation des Händlers an, sowie zu den rechtlichen Rahmenbedingungen des jeweiligen Landes.

Die Anforderungen der Buchhaltung sind international angepasst und die Behandlung von Bitcoin wie eine Fremd-Währung hat sich in den meisten Ländern bewährt.

Fragen Sie Ihren Buchhalter und Steuerberater, ob in Ihrem Land dies ebenso gehandhabt werden kann. Ist dies der Fall, so sind die Abläufe für die Buchhaltung hinlänglich bekannt und stellen kein Problem dar.

Somit steht einer Akzeptanz von Bitcoin und anderen Kryptowährungen im eigenen Geschäft nichts im Weg.

In der Regel können Sie sich für weitere Fragen zum Thema Buchhaltung und Steuer an Ihren bisherigen Steuerberater oder Buchhalter wenden. Sollten Sie spezielle Fragen zum Thema Bitcoin Steuer haben, so finden Sie eine Auflistung der auf Bitcoin und Kryptowährung spezialisierten Steuerberater bei Coinpages aus Deutschland, Österreich und der Schweiz.

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